Auswahl32

Exzellenzinitiative: Weiter geht’s

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Deutsch, GCSC

Am Freitag hatten gut ein halbes Jahr Warten ein Ende: Das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) wird auch in der 2. Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert werden. Entsprechend groß war die Freude nach der Bekanntgabe in Gießen. Die mediale Öffentlichkeit für den Forschungs-Großwettbewerb wurde zugleich von Kritikern genutzt, um auch auf Probleme hinzuweisen: An Unis, die nun medial als „Elite-Unis“ gefeiert werden, sind insbesondere die Studienbedingungen keineswegs flächendeckend besser als anderswo, statt für Differenzierung – so das WZB in einer Studie – habe die Initiative eher zu Gleichförmigkeit geführt, und nicht wenige fürchten, dass spätestens 2017 die Weiterführung vieler Projekte auf Uni- statt auf Projektkosten zu radikalen Einsparungen an anderer Stelle führen wird. Insbesondere die Geisteswissenschaften und die so genannten „kleinen Fächer“ sehen sich hier bedroht.

Diese Kritik ist zwar unbeliebt, aber nicht unberechtigt. Vor diesem Hintergrund bin ich besonders zufrieden, dass wir in unserem Antrag versucht haben, einige Probleme der Exzellenzinitiative ganz ausdrücklich anzugehen. Durch das Teaching Centre des Graduiertenzentrums schaffen wir eine systematische Rückbindung der Forschungsarbeiten unserer DoktorandInnen in die grundständige Lehre, die so von hochmotivierten, kompetenten DozentInnen bereichert wird. Und durch das kulturwissenschaftliche Profil profitieren gerade auch die Geistes- und Sozialwissenschaften in der Breite von der Graduiertenschule.

Ebenso bemerkenswert wie die Präsenz kritischer Stimmen zur Exzellenzinitiative waren manche mediale Versuche, in letzter Sekunde PR zu betreiben. In Gießen haben wir uns hier bewusst schon seit Monaten zurückgehalten. Aus anderen Einrichtungen allerdings ließen sich in durchaus renommierten Medien Interviews, Portraits und Reportagen lesen, die die Grenze zur unverhohlenen PR bisweilen mindestens touchierten. So skeptisch man auch den Auswahlprozess betrachten kann – diese Berichte hatten ganz offensichtlich keinerlei Einfluss auf die Entscheidung. Was immerhin eine weitere gute Nachricht war.

Heute ist noch Sonntag, aber spätestens ab morgen gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Dann beginnen die Auswahlgespräche für unseren neuen Jahrgang, der ab Herbst am GCSC promovieren wird.

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